Was zählt zur Infrastruktur? Die Straßen Anbindung und die Heute damit verbunden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser.

 

Bis zur Mitte des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts war die Straßenanbindung zu den Nachbargemeinden auf  Feldwege beschränkt. Ausnahme bildete nur der Nebenhandels- bzw. Nebengeleitweg der durch Angelroda führte.

Erst mit dem Ausbau der Fernverbindung (spätere B4) von Erfurt über Anstatt und Ilmenau über den Thüringer Wald im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts (ab 1802), wurde die Straßenanbindung besser. Der Nebenhandelsweg verlor zwar an Bedeutung, aber dafür wurden die Verbindungen nach Neusiss und Geraberg verbessert.

 

Eine Straßenanbindung nach Geschwenda erfolgte erst nach 1855. Bis dahin wurde der sogenannte Alte Geschwendaer Weg genutzt, der unterhalb des Ziegenberges über die Wiesen führte.

 

Es spricht alles dafür, das bis zum Jahr 1821, wo Straßen auf die Gera und den Mühlgraben treffen, diese jeweils durch eine Furt gequert wurden. Es gab wohl einige kleinere Stege, die aber nicht durch Fuhrwerke befahrbar werden konnten. Die erste Steinbrücke, die in Angelroda gebaut wurde, war die "Ochsenbrücke" 1821. Unmittelbar danach wurde die Brücke am Ortseingang Richtung Neusiss ebenfalls als Steinbogenbrücke errichte. Wann die Brücke Innerorts an der Bergstraße (Abriss 1878 beim Bahnbau) errichtet wurde ist nicht bekannt. Auch zur Straßenbrücke über den "Mühlgraben" konnte ich bis jetzt nichts finden.

 

Die ehemalige Verbindung nach Liebenstein über den Liebensteiner Berg ist heute nicht mehr gangbar. Der Weg ist zu einem Teil stark ausgewaschen, zum anderen Teil zugewachsen und als Weg nicht mehr erkennbar.

 

Sind die Straßen nach Geraberg und Neusiss, sowie der Weg zum Bahnhof Martinroda in einem guten Zustand, so gilt dies für die Verbindungen nach Geschwenda und Rippersroda nur bis zur Ortsgrenze. Dahinter sieht es aus wie zu besten DDR-Zeiten.

 

Auch wenn eine Bahnstrecke mit imposantem Viadukt das Ortsgebiet von Angelroda durchschneidet,  st ein Bahnhof leider nicht vorhanden. Die stündlichen Verbindungen nach Arnstadt und Ilmenau können nur nach einem 20 minütigen Fußmarsch zum Bahnhof Martinroda genutzt werden.

 

Stündliche Busverbindungen von und nach Arnstadt bzw. Ilmenau wären auch schön. Dies ist jedoch Wunschdenken und während der Schulferien wird die Busanbindung zur Kreisstadt geradezu zur Katastrophe. Soviel zu Bus und Bahn.

Der Liebensteiner Weg, der hier geradeaus führen sollte,  ist als solcher nicht mehr zu erkennen

Die "Ochsenbrücke": oben der Neubau von 2013, unten die Steinbogenbrücke von 1821

An die Stelle überquerte bis 1878 eine Brücke die Gera, quer über die Flussbiegung

Gasversorgung

 

Im Jahr 1926 wurde Angelroda an das neu entstandene Thüringer Gasnetz angeschlossen Dazu wurde eine Gasleitung von Arnstadt über Plaue nach Angelroda verlegt. Gebaut wurde die Gasleitung von Arbeitslosen, die per Notstandsgesetz zu solchen Arbeiten herangezogen wurden. Die Bezahlung war gering.

Noch im Jahr 1926 wurde Angelroda erstmals von der Gasversorgungs GmbH Arnstadt beliefert.

 

 

Elektrizität

 

Obwohl bereits 1904 ein Konzessionsvertrag  zwischen der Gemeinde Angelroda und der Thüringer Kraftwerk AG Gispersleben geschlossen wurde, dauerte es noch ganze 10 Jahr, bis der Ort an das Stromnetz angeschlossen wurde. Dies geschah erst 1914.

 

 

 

Wasserversorgung

 

 

Die „Zahme Gera“, die sich gelegentlich aus ihrem Flussbett begibt, war bis 1830 praktisch die einzige Wasserquelle im Ort.

Lediglich auf dem Rittergut gab es einen Brunnen, der vom Wirrbach gespeist wurde. Dieser lieferte schmutziges Wasser, und der Bach fror im Winter oft zu. Von dem Brunnen auf dem Rittergut wurde 1764 eine Stichleitung zum Pfarrhof gelegt.

 

1830 fasste man den Beschluss eine neue Quelle zu fassen und neue Brunnen im Ort zu errichten. Die Kosten wurden unter der Gemeinde, dem Rittergut, und der Kirche aufgeteilt. Gefasst wurde eine Quelle zwischen der „Birke“ und dem „Eichholz“. Diese Quelle wurde noch bis nach der Wende genutzt. Geplant waren ursprünglich 4 Brunnen, gesetzt wurden dann 5 Brunnen:

 2 Brunnen auf dem Rittergut, 1 Brunnen im Pfarrhof, 1 Brunnen vor dem Schulhaus und ein Brunnen vor der Mühle. Ein gewisser Herr Koch sollte Röhren bohren und Leitungen verlegen und die Leitungen jährlich pflegen.

 Alte Holzwasserleitungen aus jener Zeit wurden noch in den 1990er Jahren bei Bauarbeiten auf dem Schlossplatz gefunden.

 

Im Rahmen des Baus der Bahnlinie Arnstadt-Ilmenau, im Jahr 1879,  musste auch ein Teil der Wasserleitung neu verlegt werden. Dazu wurden erstmals Gusseiserne Muffenröhren mit einem Durchmesser von 65mm und einer Länge von 2,35 m (auf 15 Atmosphären geprüft) verwendet.

1890  wurde eine gusseiserne Wasserleitung zum speisen der Brunnen im Ort gelegt.

Im Jahr 1901 sollte endlich für alle Haushalte im Ort die Wasserversorgung ermöglicht werden. Die vorhandene Quelle ergab einen etwas schwachen Druck, brachte aber immerhin 600 cbm Wasser pro Tag. Die Firma Paul Gockenbach aus Arnstadt bekam den Auftrag einen Hochbehälter, das Wasserbassin, am alten Geschwendaer Weg zu errichten. So konnte sichergestellt werden, das der Wasserdruck für den gesamten Ort ausreichte.

In den Jahren 1938 und 1959 wurde die Leitung von der Quelle zum Bassin jeweils erneuert.

1972 werden 210 Meter neue Wasserleitung auf dem Ochsenhügel verlegt

 

Mittlerweile bezieht Angelroda sein Wasser nicht mehr von der alten Quelle, sondern wurde an das Geraberger Wassernetz angeschlossen. Die Wasserqualität hat sich seit dem wesentlich verbessert.

 

Alter Geleitweg

 

Durch Angelroda führte einst ein alter Geleitweg. Es war ein Nebenhandelsweg abseits der Hauptrouten über den Thüringer Wald.

Von Plaue kommend folgte er dem alten Weg entlang der Gera (nicht identisch mit dem heutigen Gera-Radweg). Er folgt dann kurz dem Verbindungsweg zwischen Neusiss und Rippersroda um dann rechts Richtung „Rain“ auf Angelrodaer Gebiet zu kommen.

Oberhalb des „Rain“ verlief der Weg dann bis nach Angelroda um den „Oberrand“ hinunter durch eine Furt der Gera hinein in den Ort zu führen.

Auf einigen Karten ist heute noch ein Teilstück des Weges vom „Oberrand" am „Rain" entlang Richtung Neusiss eingezeichnet.

 

Die Annahme, dass der Geleitweg dann von Angelroda aus den „Alten Geschwendaer Weg“ weiter nach Geschwenda folgte ist nicht richtig. Der Geleitweg folgte der heutigen Straße Richtung Geschwenda die zu damaliger Zeit durch die „Birke“ führte. Und Teil des Geleitweges war. Der Weg durch die „Birke“ hinauf zum „Bringeberg“ war, wie auch heute noch, zweigeteilt. Ein steilerer Weg und der allmählich ansteigende Weg der praktisch zwischen der „Birke“ und dem „Eichwald“ hinauf führt. Dieser Weg ist heut noch als Hohlweg erhalten.

Hinter der „Birke“ führte der Geleitweg dann weiter oberhalb von Geraberg und Arlesberg hinauf Richtung Rennsteig, genauer gesagt zur „Schmücke“.

 

Während der Zeit des dreißigjährigen Krieges war ein Schwedisches Wachpiket oberhalb des Weinberges stationiert um den Ort und den Geleitweg zu sichern. Bekannt ist die Stelle heute als „Die Wacht“.

 

Auf der Karte ist im rechten, unteren Bereich noch ein zweiter Geleitweg eingezeichnet, der kurz das Angelrodaer Gebiet durchquerte. Dieser Weg führte von Plaue, durch das „Franketal“ nach Neusiss, weiter dem heutigen Neusisser Bahnhofsweg hinauf, über die Kirchberg-Brücke, zwischen Kirchwald und Söberstal, über den Ritter bei Gera (Geraberg), nach Elgersburg. Von dort folgte er ein Teil des Weges nach Ilmenau, während  man auch vorbei an der Einsiedelei „Mönchhof“ weiter zur „Schmücke“ kam.

© GeoBasisDE / TLVermGeo; Staatsbibliothek Berlin, Stiftung Preußischer Staatsbesitz

Die blaue Markierung zeigt die Stellung des Schwedischen Wachpikets, von der aus man den Geleitweg und Angelroda samt Umgebung gut im Blick hatte. Die Stelle wird heute als „Die Wacht“ bezeichnet.

Brücken (Auswahl)

Ortseingang Richtung Neusiss

Gerabrücke Ortsmitte

Ochsenbrücke

Weinbergsbrücke

  Kirchbergsbrücke

Ursprünglich Steinbogenbrücke (1830); zweiter Brückenbau in Angelroda;

 

Die Steinbogenbrücke wurde im Frühjahr 1945 gesprengt, dazu wurde eine Fliegerbombe auf der Brücke zur Detonation gebracht, Im Umfeld entstanden auch erhebliche Schäden (siehe Bericht Heimatstube).

 

Ein Brücken bau aus DDR-Zeiten wurde im Spätsommer 2012 durch einen Neubau ersetzt. Dabei wurde die Brücke verbreitert.

 

HH1/29

Diese Brücke wurde 1879/79 als Ersatzbau für die 15 Meter weiter an der Bergstraße gelegene Brücke errichtet. Diese wurde Rahmen der Straßenverlegung wegen des Bahnbaues überflüssig und somit abgerissen.

 

Auch diese Brücke wurde im Frühjahr 1945 gesprengt. Hier wurde Sprengstoff von unten an den Stahlträgern zur Explosion gebracht. Einen Bericht über die Auswirkungen kann man in der Heimatstube nachlesen.

 

Ursprünglich war dies eine Stahlträgerbrücke mit dicken Bohlen als Fahrbahnbelag.

Ursprünglich Steinbogenbrücke aus dem Jahr 1830; Erster Brückenbau in Angelroda;

 

Auch wenn gelegentlich die Deckschicht erneuert wurde, blieb die Steinbogenbrücke bis 2013 mehr oder weniger unverändert in Benutzung,

 

Sie musste des Öfteren gesperrt werden und war nur noch begrenzt nutzbar.

 

 2012/13 wurde die Brücke erneuert. Die alte steinbogenbrücke befindet sich noch unter der neuen Brücke.

Eigentlich sollte an dieser Stelle die Bahnstrecke mittels eines Bahnüberganges gequert werden, dies wurde jedoch kurz nach Baubeginn der Bahnstrecke 1878 verworfen.

 

Es wurde zunächst eine Holzbrücke errichte, die 1907 durch eine steinbogenbrücke ersetzt wurde. (HH 1/21).

 

2003 wurde diese wegen Baufälligkeit erneuert Eingeweiht wurde die Brücke 2004 mit einem Fest an der Rammlersruh.

Der Bahnbau von 1878/79 machte es ebenfalls nötig am Kirchberg eine Brücke zu errichten.

 

Ob auch hier seit eine Holzbrücke als Provisorium stand, oder ob gleich die bei vielen noch bekannte steinbogenbrücke errichtet wurde ist mir nicht bekannt.

 

 Ebenfalls 2003 musste die Brücke wegen Baufälligkeit ernuert werden.