Die Zahme Gera entspringt im Gebiet unterhalb des Schneekopf  östlich von Gehlberg.

Kurz vor dem Rückhaltebecken erreicht sie Angelrodaer Gebiet. Von da an überwindet sie ca. 36 Höhenmeter bevor sie im Grund Richtung Plaue Rippersrodaer Gebiet erreicht.

 

Dass die Zahme Gera ihren Namen nicht wirklich verdient, zeigt sich bereits in älteren Aufzeichnungen, die immer wieder davon berichten, das die Gera in schöner Regelmäßigkeit über die Ufer tritt. Ein letztes großes Hochwasser traf Angelroda im August 1981. Der Bau eines Rückhaltebeckens um solche Katastrophen zu verhindern dauerte danach fast 20 Jahre, nachdem ein erster Erfolg in dieser Richtung durch die Wende 1989 zerstört wurde. Ob dieses Rückhaltebecken wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, wenn nicht regelmäßig die Gera innerhalb der Ortslage ausgebaggert wird, bleibt abzuwarten.

 

Ein anderes Extrem kennt die Gera im Übrigen auch.

Unterhalb von Angelroda verläuft das Flussbett der Zahmen Gera durch Karstgebiet. In „normalen“ Sommer versickert die Gera in der Regel genau an der Stelle, wo sie zum ersten Mal auf Rippersrodaer Gebiet trifft. Mehrere Hundert Meter weiter, auf Plauschem Gebiet, tritt sie dann wieder an die Oberfläche. Pfingsten 2012, Ende Mai, entschied sich die Zahme Gera bereits ca. 450 Meter unterhalb des Ortes im Erdboden zu verschwinden.

Alter Flußlauf

Das der Flusslauf der „Gera“ in Angelroda nicht den natürlichen Verlauf nimmt, ist offensichtlich.

Von der „Kindergarten-Brücke“ bis zum unteren Ende des “Grundes“ wurde der Lauf der „Gera“ verändert. Das kurze Teilstück von der der „Kindergarten-Brücke“ bis zum Rechtsknick der „Gera“ an der der Schneidemühle wurde 1878 beim Bau des Viaduktes verlegt. Für die Verlegung der „Gera“ aus der Ortsmitte und der Mitte des „Grundes“ gibt es leider keine Jahreszahl.

Fakt ist, das es Aufzeichnungen vom Anfang des 18. Jahrhunderts gibt, in denen berichtet wird, wie die Mauer der „Gera“ an der „Schenke“ wieder einmal durchbrochen wurde und der Ort voller Wasser lief und somit eine längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten war. Es gibt keine Berichte, dass die „Witzlebener“ in Angelroda in Ihren frühen Jahren in Angelroda eine Bautätigkeit irgendeiner Art an den Tag legten. Auch erscheint es unwahrscheinlich, dass zur Zeit des 30-jährigen Krieges diese umfassende Verlegung der „Gera“ durchgeführt wurde. Zu dieser Zeit hatte man andere Probleme. So ist es also mindesten 400 Jahre her, dass der Fluss aus der Mitte an den Rand des Ortes verlegt wurde.

 

Als Grund für die Umverlegung der „Gera“ kommen wohl zwei Gründe in Frage: Zum einen war wohl der Versuch die, womöglich jährlichen, Hochwasser in Zaum zu halten. Das dies wohl nur unzureichend gelang, davon zeugen die Berichte. Der zweite Grund war wohl die Gewinnung von größeren, zusammenhängenden Flächen. Zum einem im Ortskern für Bauland, und im „Grund“ als größer und trockenere Flächen für die Landwirtschaft.

Es bleibt aber auch die Frage, warum man die „Gera“ nicht im Ganzen unterhalb des Ortes an den Hang des „Oberrandes“ verlegt hat und warum man die Wiesenstücke am „Heuloch“ noch als separates Flurstück ließ.

 

Flußschleife verlegt 1878, verlegter Flußabschnitt, originaler Verlauf der "Gera", Mühlgraben

 

Der alte Verlauf wurde mit Hilfe von topografischen Karten und anhand der geologischen Gegebenheiten rekonstruiert. Auf dem Meter genau wird dies bestimmt nicht sein. Dazu müsste man Geld und Zeit investieren. Mit Hilfe von Bohrungen könnte man den genauen Verlauf rekonstruieren. Da wo man Flußkiesel findet, lief die „Gera“ entlang!

© GeoBasisDE / TLVermGeo

Der Wirbrach entspringt im Grenzgebiet zwischen Geschwenda und Gehlberg und erreicht Angelroda auf 410 Meter Höhe. Vorbei an den Teichen, hier floss er früher einmal durch, mündet er gegenüber der „Schneiderswiese“ in die Zahme Gera.

 

Bis Anfang der 1970er Jahre mündetet er bereits gegenüber der „Ochsenwiese“, kurz unterhalb der Ochsenbrücke, in die Gera. Damals begradigte man den Wirrbach und verlängerte ihn bis zur heutigen Mündung. Gleichzeit versuchte man durch Melioration die Teichwiese und die Flur „Am Wirrbach“ mehr oder weniger trocken zu legen um die Flächen besser landwirtschaftlich nutzen zu können.

2011 wurde der Wirrbach im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für den Bau der BAB 71 „renaturiert“. Es wurden wieder einige Biegungen in den Bach eingebaut, dies zum Teil aber neben dem alten Bachlauf, so dass ein Teilstück kurzerhand trocken gelegt wurde. Die Pflanzen und Tier, die sich dort angesiedelt hatten wurden einfach ignoriert. Toller Naturschutz! In den neue Bachschleifen schoss man, meiner Meinung nach den Vogel ab, als man dort Teichpflanze ansiedelte. So etwas hat in einem funktionierenden Bachlauf nichts zu suchen. Als Ausgleichsmaßnahme für die BAB hätte man sich was anderes suchen können!

Die Teiche, welche kurz vor Geschwenda zwischen der „Birke“ Und dem „Eichwald“ einerseits und dem „Gräfenroder Berg“ andererseits gelegen sind, gehörten mehrere Jahrhunderte zum Rittergut Angelroda.

 

Heute sind sie Pachtgewässer auswärtiger Anglervereine. Gespeist werden die Teiche durch den Wirrbach und durch ergiebige Quellen, die an der „Birke“ und dem “Eichberg“ hervortreten.

 Zu nicht mehr vorhandenen Quellen an diese Stelle mehr.