Auswirkungen Bahnbau

In der Heimatstube hängt eine Übersichtskarte, die aus zwei Katasterkarten zusammengesetzt wurde, welche von 1873 bis 1900 in Verwendung war. Auf dieser Karte sind die Veränderungen durch den Bahnbau dokumentiert.

 

Zwei Häuser waren vom Bahnbau betroffen. Ein kleineres Haus befand sich direkt im Bereich des aufzuschüttenden Bahndammes. Dieses wurde abgerissen und der Besitzer entschädigt. Ein zweites Haus, ein zweites Wohnhaus wurde um einige Meter nach Westen versetzt, da es unmittelbar mit der Haustür an der neuen Straße stand.

 

Erwähnt werden sollte noch, dass die so genannte „Kindergardenbrücke“ bzw. „Helds-Brücke“ zu diesem Zeitpunkt (1878) noch nicht existierte. Diese wurde erst im 20. Jahrhundert errichtet.

 

(1) Heute führt der Weg Richtung Rippersroda nach der Rechtskurve vom Liebensteiner Weg und kurz danach in einer Linkskurve direkt nach Rippersroda. Vor den Bahnbau folgte der Weg, nach dem er vom Liebensteiner Weg abzweigte, erst geradeaus bis auf die Höhe des heutigen Gleisbettes um dann in einem Linksschwenk steil bergauf Richtung Rippersroda zu führen.

(2) Auf einer alten Karte wurde ein Weg über die Schloßweide gerade hinauf zum Rippersrodaer Weg angezeigt. Fragmente des Weges sind heute noch erkennbar. Dieser Weg wurde praktisch durch den Bau des Schachtes gekappt.

(3) Ca. 800 Meter unterhalb des Ortes wurde eine Unterführung errichtet. Ein Weg führt hier vom Grundweg (Gera-Radweg) hinauf Richtung „Rippersrodaer Berg“

(4) Der „Grundweg“ Richtung Plaue existierte bis zum Bau der Bahnlinie nur als Fuß- bzw. Reitweg. Mit dem Bau der Bahnstrecke wurde dieser Weg ausgebaut. Heute dient der Weg als Teilstück des „Gera-Radweges“.

(5) Der “Liebensteiner Weg“ führte ursprünglich gerade hinauf auf den „Liebensteiner Berg“. Gegenüber dem heutigen Wohnhaus der Familie Stade und direkt dort, wo heute die Dammaufschüttung  am nördliche Widerlager des Viaduktes  sich befindet begann der Weg Richtung Liebenstein. Er wurde kurzerhand ein Stück hinter die Dammaufschüttung verlegt.

(6) Eine kleine Schleife der „Gera“ musste verlegt werden. An der Stelle, wo heute die die so genannte „Kindergartenbrücke“ oder auch „Helds-Brücke“ die „Gera“ überquert, bog der Fluss in einer Schleife rechts Richtung Bahndamm ab, um dann links des südlichen Pfeilers in einer kleinen Biegung weiter zu fließen.

(7) Die Straße Richtung Geraberg bzw. Geschwenda und die obere Bergstraße mussten Verlegt werden. Die Straße führte ursprünglich über eine Brücke, die direkt über der Biegung der „Gera“ an der oberen „Bergstraße“ führte, weiter fast gerade Richtung Geraberg und Geschwenda. Bis zum Damm ist die Straße noch erhalten. Direkt am Fuß des Dammes gabelte sich die Straße. Die Straße wurde einfach um den Bahndamm herum verlegt. Die Zufahrtstrasse zur „Bergstraße“  und zur „Kummel“ zweigt seitdem hinter der neu gebauten Brücke links ab.

 

(1) „Liebensteiner Weg“ wurde verlegt. (siehe oben)

(2) „Gera“ wurde verlegt. (siehe oben)

(3) Ursprünglich verlief ein Weg von der „Kummel“ bis kurz vor die „Filzlaus“. Dieser Weg ist noch bis zum (vermutlich) Eiskeller auf der „Kummel“ gut erhalten. Jenseits des Bahndammes ist der Weg noch teilweise begehbar.

(4) Verlegung Hauptstraße. (siehe oben)

(5) Der Weg durch das „Schrammsholz“ hinauf ins „Kirchholz“ und zum „Tanneplatz“ wurde durch den Aushub des Schachtes unterbrochen.  Dasselbe gilt auch für den weiter östlich verlaufenen Weg am „Kirchholz“.

(6) Im „Schrammsholz“, östlich des „Tanneplatz“ und unterhalb der „Schäferslehne“ im „Röserstal“ wurden drei Senken ausgehoben, die zur Lagerung des Sprengstoffes für den Schachtbau benötigt wurden. Zwei der drei Löcher sind heute noch vorhanden. Das dritte Loch, welches als „Grube“ sogar einen eigenen Flurnamen bekam, wurde mittlerweile verfüllt nachdem es zur Bauschutt Entsorgung missbraucht wurde.

(7) Der Weg von der „Kummel“ über die „Wacht“ wurde ebenfalls durch den Bau eines Schachtes unterbrochen. Dafür wurde der Weg unterhalb der „Wacht“ Richtung „Weinberg“ gebaut.

(8) Die „Waldstraße“ führte ursprünglich gerade  hinauf Richtung „Kirchwald“ bzw. „Kammerlöcher“. Da die Brücke über die Bahnstrecke etwa 10 Meter neben dem ursprünglichen Weg errichtet wurde, musste dieser etwas verlegt werden.   Am oberen „Weinberg“, ca. 10 Meter unterhalb des „Schlifters“ folgt er wieder dem alten Weg.

(9) Am Oberen „Weinberg“ wurde der Weg über dem Schacht neu angelegt um die durch den Bahnbau unterbrochen Wege zum „Kichwald“ wieder an das Wegenetz anzuschließen.

(10) Ein Durchlass im Bahndamm sichert den Zugang zum „Röserstal" vom „Martinrodaer Weg" aus.

 

 

Der Weinberg wurde durch den Bau der Bahnlinie  getrennt in „oberer Weinberg“ und „unterer Weinberg“. Dort wurde nach dem Bahnbau die Linde gepflanzt, welche Heute als „Rammlers Ruh“bekannt ist.

 

© GeoBasisDE / TLVermGeo

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